Präsentation auf dem AGM in Papenburg

Lars Herla präsentiert unser Projekt auf der Delegiertenversammlung in Papenburg.

Dokumentationsfilm der 3. Versorgungsreise

Die 3. und abschließende Versorgungsreise wurde begleitet vom http://www.filmteam-papstein.de/

Eine bewegenden Dokumentation von Henning, dem wir auf diesem Wege nochmals unseren Dank aussprechen. Sowohl für Seine Arbeit hinter der Kamera, als auch für seine Teilnahme an der Reise!

Bitte zeigt Euren Freunden bei den Tischabenden diesen Film und unterstützt uns weiterhin, damit wir bis zum OTD- AGM in Papenburg die Nachhaltigkeit des Projektes gesichert haben!


Elena Arlt: Mehr mitgenommen als gegeben!

Elena Arlt

Liebes NSP-Team,

wenn ich eine Stadt oder einen Ort verlasse, ist mein letzter Satz immer: „Es war einmal in ….“

So ist es auch dieses Mal gewesen – „Es war einmal in Dnepropetrovsk…“ (Lars, eines Tages wirst du das Wort auch aufschreiben können J)

 Mit einem weinenden und einem lachenden Auge habe ich Dnepropetrowsk verlassen. Schön und sehr befriedigend war es, dass wir ALLEN Kindern helfen konnten, jedoch kam Wehmut durch – es war eine Abschlussfahrt. Abschluss eines wunderbaren Projektes, welches mir viel mehr gegeben hat, als ich investiert hatte. Noch vor ein paar Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich meinen kostbaren Urlaub für Wohltätigkeit spenden würde! Wie ist denn meine Welt seit Mai 2011 anders geworden - seit unserer ersten Versorgungsreise!

Ich habe Menschen kennen gelernt, die Ihre Freizeit und ihr Geld für Bedürftige spenden. Menschen, die mit Leib und Seele Helfer sind, welche ihre Familien sowie Geschäfte zu Hause lassen und in der Welt unterwegs sind, um zu helfen. Diese Menschen bewundere ich sehr, ich ehre und respektiere sie so sehr, dass mir dazu die Worte fehlen. Und dass soll was heißen! J Ich habe viel von ihnen gelernt, meine Weltansichten haben sich sehr geändert! Natürlich hetze ich weiterhin durchs Leben und versuche meinen Job so gut wie möglich zu machen, versuche  zwischen Job, Familie, Freunden und Freizeit zu balancieren. Doch manchmal halte ich inne und sage – schau mal, es gibt Menschen, die in dieser verrückten schnelllebigen Zeit Kraft und Mut haben, in die fremde Welt zu gehen und den Bedürftigen zu helfen. Dieser Gedanke und die Erinnerungen an die glücklichen Kinderaugen holen mich wieder in die Realität zurück, bremsen mich aus und geben Ruhe. Dafür danke ich allen, welche dieses Projekt ins Leben gerufen haben und welche an diesem Projekt mitgewirkt haben.

Es war eine gewaltige Herausforderung, 1000 Kindern mit Hörgeräten und Brillen zu versorgen! Diese Kindern werden sich ihr Leben lang an uns erinnern. Und ich war dabei! Diese Erfahrung ist sehr kostbar für mich, danke nochmals, dass ich dabei sein dürfte.

Und nun nochmals zu den Kindern – dieses Mal war es psychisch leichter für mich, da jedes Kind ein Hörgerät bekommen hat. Wir mussten niemanden weg schicken, es gab nur zufriedene Kinder. Leider erfolgte die Anpassung dieses Mal in einem extra Raum, sodass unser Teil des Teams nicht viel von den fröhlichen Momenten des Hörens mitbekommen hat. Als Belohnung für uns gab es jedoch reichlich fröhliche Kinder mit Hörgeräten im Flur und im Schulhof zu sehen.   Sie schauten sich gegenseitig die Geräte an, nahmen sie aus den Ohren heraus, betrachteten sie und steckten sie wieder – glücklich und zufrieden – zurück in die Ohren. Ein wunderbares Bild!

Ich hoffe sehr, dass diese Kinder eine enorme Steigerung des Lebensstandards erfahren haben, dass sie noch verhältnismäßig gut sprechen lernen, Ausbildung oder gar Studium mit Hilfe von unseren Hörgeräten bewältigen werden. Würde gern das eine oder das andere Schicksaal verfolgen wollen. Wie z. B. von Mikola, einem fußballbegeisterten Jungen aus der Förderschule Dnepropetrovsk. Oder von dem kleinen Sascha aus dem Odessa-Gebiet, der wegen einer Impfung über Nacht taub geworden ist und seine Mama die einzige Kuh verkaufen musste, damit sie Hörgeräte für Sascha bezahlen konnte. Doch diese Geräte waren so schlecht, dass sie Sascha mehr gestört hatten…  Ich würde auch gern ein Feedback von Kindern erhalten wollen – wie läuft denn deren Alltag mit unseren Hörgeräten ab? Welche Hilfe brauchen sie noch? Ist vielleicht Nachjustierung/Reparatur notwendig?

Und ich kann nur noch wiederholen - ich persönlich habe mehr aus diesem Projekt mitgenommen als ich gegeben habe… Wer hätte das gedacht!

Eure Elena Arlt

Claudia Kellner, die 3. Reise

Claudia Kellner

Hallo Ihr lieben Tabler,
ich durfte bei zwei wundervollen Reisen in die Ukraine dabei sein. Ihr habt gesammelt und geplant. Alle meine Mitreisenden haben über die Schicksale der Kinder und den Gegebenheiten vor Ort berichtet. Für mich waren es Reisen in eine andere Welt, die ich mir nie hätte vorstellen können. Ich danke Euch für die Erfahrungen, die ich machen durfte - die mich für meine Zukunft geprägt haben und die ich nie vergessen werde. Für die Kinder in der Ukraine und auch für mich war das wie ein Märchen:

Es war einmal ein fernes Land, von dem gingen kleine Stimmen aus. Diese erzählten von Kinderohren, die dringend Hilfe benötigten. Diese kleinen Lauscher haben aufgrund eines Hörverlustes nicht die Möglichkeit, am Leben der anderen teilzunehmen. Es wird zwar für die Kleinen gesorgt - letztlich nur sehr unzureichend. In diesem Land darf immer nur ein Ohr hören - und das auch nur innerhalb des Schulunterrichtes. Dabei gibt es für die kleinen Lauscher noch so viel mehr zu erleben, was mindestens genauso wichtig ist wie der Schulstoff. Zu Hause bei Ihren Familien gibt es oft Probleme: es wurde auch von Kinderohren berichtet, die von dem einen oder anderen Elternteil verlassen wurden und jetzt im besten Fall bei den Großeltern leben. Sie kennen gar nicht die Geräusche, die Ihr Land macht, und es ist schwierig, Freunde zu finden. Folglich wird Ihnen somit die Chance auf eine eigenständige glückliche Zukunft genommen.
Diese leisen Hilferufe wurden in Deutschland von klugen Männern an runden Tischen aufgeschnappt. Sie haben sich Gedanken gemacht, wie man diesen zarten Ohren helfen könnte und schufen ein einzigartiges Projekt. Sie tauften es: „1000 Kinder hören und sehen“.

Die Männer an den runden Tischen sorgten für die Mittel, um  Zaubergeräte und Zubehör zu kaufen.
Sie riefen Hörakustikzauberer herbei, die mit Ihren magischen Fähigkeiten die Kräfte der Technik beschwören konnten. Sie beherrschten den mystischen Knetenabdruckzauber, den Superschnellfräszauber und  natürlich auch den besten Zauberspruch aller Zeiten: „BABABABABA…“

Die weisen Männer unterstützen die Zauberei, indem sie Ihnen linguistische Feen an die Seite stellten. Sie hatten nicht nur ein großes Herz, sondern brachten mit Ihrer offenen und zudem positiven Lebenseinstellung ein warmherziges Lächeln und Fröhlichkeit mit in ein Land, das dies sehr gut gebrauchen kann.  
Ferner beauftragten die weitsichtigen Männer auch einen Heiler, der mit viel Geduld und Humor die kleinen Öhrchen von negativen Perlenzaubern aus der Vergangenheit befreien konnte, indem selbige hochprofessionell aus dem Gehörgang entfernt wurde.

Die liebenswürdigen Männer an den vielen runden Tischen in Deutschland machten sich sehr viel Gedanken und Mühe bei Ihrer Planung. Ganz wichtig hierbei: sie brauchten auch Hilfe vor Ort. So baten sie zwei sehr starke Brüder aus dem fernen Land, ihnen zu helfen. Die zwei Brüder wiederum setzten umgehend Ihren besten Engel ein, der gekonnt die Umsetzung vor Ort in die Hände nahm.
Die Zauberer, Feen, Magier und Engel haben vor Ort viel Zauberfrässtaub produziert, und haben sich heiser gehext. Viel haben wir zusammen gelacht und auch mal ein Paar Tränchen der Rührung vergossen. Aber vor allem haben wir viele kleine noch wachsende Ohren mit großen Träumen für Ihre Zukunft getroffen:

Wir trafen zukünftige Fußballstars, die für Land spielen und kämpfen wollen.
Wir lernten kleine Künstler kennen, die das Land in Zukunft bunter sehen wollen.

Wir durften die leckersten Speisen zukünftiger Meisterköche probieren.
Wir lernten große Jungs kennen, die Ihre Zukunft dem Basketball widmen möchten.

Wir trafen zukünftige Models, die der Welt Ihr schönstes Lächeln zeigen wollen.
Wir sahen zukünftige Profiboxer, die Ihren großen Vorbildern nacheifern werden.

Wir begegneten bei der letzten Reise auch 130 Paar Superlauschern - größere und kleinere, die liebevoll miteinander umgingen und sich gegenseitig unterstützten. Das alles klingt wie ein Märchen - ist es aber nicht. Dank der Hilfe von vielen engagierten und zugleich bewundernswerten Menschen können diese Kids ein Stück weit erfolgreicher und zuversichtlicher in die Zukunft schauen. Alle haben dazu beigetragen, dass Träume gelebt werden können.
Damit diese Träume am Ende auch tatsächlich in Erfüllung gehen, benötigen diese Kinder – und sie sind es wert - dringend Nachsorge. Die Ohren werden wachsen und können nur mit unserer Hilfe weiterhören und somit teilhaben an den Dingen und Menschen, die ihnen wichtig sind, deshalb gilt:

Bitte hört nicht auf, Ihr Großen Männer an den kleinen runden Tischen in ganz Deutschland.
Danke Euch allen – vor allem im Namen sämtlicher Kinder!

Eure Claudia Kellner

OTD- HJM im Rheingau

Im Rheingau fand letztes Wochenende (5.-7.10.12) das HJM von Old Tablers Deutschland statt.
Ich durfte zu dieser Sitzung über den aktuellen Stand der Spenden und die 3. Versorgungsreise berichten.

Durch den SaA (Sergant at Arms) Andreas Perscheid, kamen sagenhafte 520,- € in die Kasse. Das Präsidium hat beschlossen, den Betrag für 1000 Ksuh zu spenden.
Wir sagen: DANKE!

YiOT
Tommy
OT 74 Hanau

Der Film zur 3. Versorgungsreise

Immer wieder beeindruckend, wenn man sieht, dass die Kinder hören können:

Lars hat uns hier einen Film zusammen gestellt:

http://youtu.be/4jICEefLW6g

Danke Lars!

Jan Balczun, Bericht zur Reise

Unser Doc Jan

Dnepropetrovsk.
Das sollte das Ziel der Versorgungsreise sein. Ein Name, der nicht leicht von der Zunge geht.
Der Entschluss, mitzureisen, war hingegen wesentlich einfacher: Nachdenken musste ich da nicht. Die strahlenden Kinderaugen der letzten Orte waren noch nicht vergessen.

Als wir, mit einem dieses Mal sehr kleinen Team, dort ankamen, ging es ohne Anlaufschwierigkeiten sofort los mit der Versorgung, da wir einen sehr straffen Zeitplan hatten.

Bedingt durch das sehr kleine Team war ich nicht nur als Arzt gefordert.
Nachdem ich alle Ohren angeschaut und für „anpassfähig“ befunden hatte, machte ich mich daran, unter fachkundiger Anleitung Abdrücke zu nehmen (Danke für die Geduld, Robert!), diese zurechtzuschneiden, und als Krönung ließ mich die ostfriesische Oberfräse sogar ein Passstück fräsen.

Das schönste war jedoch, als die Kinder nach der Anpassung den ersten Ton hörten und voller Aufregung anfingen, unser „ba ba“ nachzusprechen. Da ich viele Kinder von Anfang bis Ende betreuen konnte, durfte ich genau beobachten, wie die anfängliche Angst und Skepsis in den Augen, vor allem beim „Arztbesuch“, in grenzenlose Dankbarkeit und Freude umschlug.

Und als wir auf dem täglichen Heimweg in unsere Bleibe auf dem Schulhof die Kinder glücklich mit ihren Hörgeräten herumlaufen und kommunizieren sahen, war die Gewissheit endgültig:
Wir haben wieder etwas Gutes gemacht, wofür es sich gelohnt hat, die Strapazen auf sich zu nehmen!

Jan Balczun, RT 81, Bochum

Maksim Ljubaskin, die 3. Reise


Liebe Freunde,

nach über zwei Jahren fleißiger Arbeit von vielen von Euch, wurde die Versorgungsphase des Projektes „1000 Kinder sehen und hören“ mit dem Abschluss der 3. Versorgungsreise erfolgreich abgeschlossen.
Nach den beiden Reisen nach Odessa im Mai 2011 und nach Kiew im Februar 2012 ging es diesmal nach Dnepropetrovsk, in die ca. 500 km von Kiew und Odessa entfernte Stadt in den Osten der Ukraine. Dort haben wir die nach den ersten zwei großen Reisen übergebliebenen Hörgeräte in einer Spezialschule für schwerhörige Kinder verteilt. Jetzt haben wir genau den tausend Kindern in der Ukraine die Möglichkeit zum Hören gegeben, was sicherlich ein neues Lebensqualität mit sich bringt und vielleicht sogar eine neue Perspektive im Leben zeigt. Ein ganz großes Lob und herzlichen Dank an die, die die Aktion unterstützt haben und dies weiterhin tun. Nun zurück zu der 3. Reise.

In Dnepropetrovsk warteten 127 Kinder auf unsere Hilfe. Nach der ersten Begegnung mit der Schule waren einige von uns, inklusive mir, skeptisch, ob wir mit unserer Hilfe an dem Ort richtig waren. Das vor 150 Jahre vom russischen Kaiser erbaute Gebäude wurde vor zwei Jahre komplett saniert. Nach dem ersten Blick auf die prächtige Fassade konnte ich kein Zeichen der Bedürftigkeit finden. Wie ich später festgestellt habe, war mein erster Eindruck völlig falsch. Nicht um sonst gibt es ein Sprichwort, das sagt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Obwohl es der Leiterin der Schule gelungen hat, die notwendige Mittel von den lokalen Behörden für die Sanierung der Schule zu bekommen, fehlt es der Schule an regelmäßigen Geldzuwendungen, um die Kinder dauerhaft mit eigenen Hörgeräten versorgen zu können. Die Besucher dieser Schule sind meistens die Kinder aus finanziell schwachen Familien, die sicherlich kein Geld für die teueren Hörgeräte hatten. Die Kinder benutzen zwar die in der Schule vorhandene Hörgeräte, können diese jedoch nicht mit nach Hause nehmen. Die Kinder, deren Eltern vielleicht etwas mehr verdienen (für die deutschen Verhältnisse trotzdem weit unter der Armutsgrenze), besitzen auch lediglich ein Hörgerät. Keiner erhofft sich eine binaurale Prothesierung. Das ist leider die traurige Realität, mit der wir mehrmals in verschiedensten Regionen des Landes konfrontiert waren.

Unsere Ankunft war ein großes Event nicht nur für die Kinder, die die Hilfe bekommen haben, sondern vor allem für die Leiterin Larissa Grigorievna und das ganze Team der Lehrer, die für diese Kinder mit dem ganzen Herzen brennen und versuchen es mit der größten Mühe, deren Leben ein Stück besser zu machen. Aus diesem Grund war die Schule mehrmals als die beste „Spezialschule für schwerhörige Kinder“ der Ukraine. Die Atmosphäre dort ist sehr warm und freundlich. Die ganze Schule schien mir als eine große geschlossene Familie zu sein. Alle gehen sehr fair und nett miteinander um und bieten gegenseitige Unterstützung an. Die Lehrer machen ihren Job ausgezeichnet und bereiten sorgfältig die Kinder nach 12-jährigem Schulprogramm für das weitere Studium an der Uni Dnepropetrovsk, an der es einen speziellen Studiengang für Schwerhörige gibt. Rund zwei Drittel der Kinder bekommen dort einen Studienplatz. Viele Kinder zeigen gute Ergebnisse im Sport bei den paralympischen Disziplinen. Aber alle diese Erfolge reichen nicht aus, um diese Kinder mit eigenen Hörgeräten zu versorgen. Es fehlt im Budget einfach das Geld. Darum war unsere Hilfe, sogar bei einer der bestversorgten Adressen, sehr notwendig.

Die Schulleitung hat uns voller Freude begrüßt. Wie immer kann ich nur das Stichwort „die russische Seele“ nennen, um die Offenheit und die Wärme des Empfangs zu beschreiben. Das gesamte Lehrpersonal war die ganze Zeit sehr engagiert. Es hat alles wunderbar gepasst. Das erfahrene Team war so eingespielt, dass die ganze Versorgung, von der Untersuchung über die Herstellung von Ohroliven bis zur Anpassung, einwandfrei lief. Ich dachte mir, wie Schade ist es, dass das Projekt abgeschlossen wurde, und wir jetzt diese Dynamik und diese Erfahrung nicht weiter einsetzen können. Es gibt doch noch so viele Kinder in der Ukraine und auf der ganzen Welt, die auf ein Hörgerät warten. Diesen Kindern könnten wir auch helfen.

Während dieser Reise hatten wir einen NDR-Reporter an Bord, der einen Film über unsere Aktion gedreht hat. Ich hoffe mir, dass der Film später nicht nur als Bestandsaufnahme der Situation in der Ukraine von dem Publikum aufgenommen wird, sondern zündet deren Herzen und macht, in welcher Form auch immer, den Weg für weitere ähnliche Projekte frei, damit wir, liebe Tabler und Freunde, und Ihr, liebe Leser, die Welt ein Stück besser machen könnten.

Lasst uns einfach nicht aufhören und weiter machen!

YiT, Euer Maksim

 

Lars Herla: Meine 3. Reise

Lars der "Ostfräse"
Nun war es also wieder einmal soweit, Ukraine die 3.! Innerhalb von 16 Monaten fliege ich nun also tatsächlich zum 3. Mal in die Ukraine, dieses mal genauer gesagt nach Dnieperprotowsk.

Zum ersten mal Fliege ich aber als Mitverantwortlicher für Material und Organisation mit, was die Sache nicht leichter werden lässt.

Beim Zusammenstellen der verfügbaren Personen, habe ich genau darauf geachtet, auf wen ich mich verlassen kann und wer auch in schwierigen Situationen seinen Mann bzw. seine Frau steht.

Dieses klappte wie die gesamte Reise perfekt, und ich muss sagen, die Jungs und Mädels haben einen Traumjob gemacht.

Bereits kurz nach der Ankunft haben wir uns auf den Weg in das Kinder- und Schwerhörigenjugendheim gemacht, wo wir schon nach kurzer Zeit unser Lager aufgeschlagen haben, um die gut 130 Kinder mit Hörgeräten zu versorgen.

Für mich persönlich hieß dieses 260 Ohrstücke in gut 2 Tagen fertigen(und das ohne meinen Partner Andreas Perscheid, mit dem ich schon so manches Stück Silikon weggefräst habe).

Da ich persönlich wenig von den Anpassungen mitbekomme, sondern ausschließlich mit der Fertigstellung der Ohrstücke zu tun habe, und das bis zu 10 Stunden am Tag, bleibt mir diesmal nur eine Begegnung im Kopf:






Ein offensichtlich mehrfach behinderter Junge, ca. 10 Jahr alt, weigerte sich vor meinem Tisch die Abdrucknahme an seinen Ohren durchführen zu lassen. Die Mutter erzählte uns, dass das bei den sogenannten Experten vor Ort ihm sehr weh getan hat, was wir nun ausbaden durften. Selbst die schönsten, mitgebrachten Werbegeschenke von unserer Elena (leuchtende Kugelschreiber) ließen ihn nicht umstimmen.

Da für diese Kinder es aber die einzige Chance ist, wieder etwas zu hören, stimmt die Mutter der härteren Methode zu, und ich durfte ihn nun zu seinem Glück zwingen.Im Klammergriff, bei dem sich der kleine Junge nicht mehr bewegen konnte, und der sowohl ihn als auch mich stark zum schwitzen brachte.

Die Abdrucknahme klappte mit großem Herzrasen einwandfrei und den Jungen sah ich einen Tag später glücklich auf dem Flur mit zwei neuen Hörgeräten von Round Table. Den Kugelschreiber hat er übrigens nicht mehr hergegeben.
 
Was bleibt also nun von der Aktion 1000 Kinder sehen und hören?

Es bleiben definitiv mehr als 1000 versorgte Kinder mit je zwei Hörgeräten, und fast die gleiche Anzahl an versorgten und stark sehbehinderten Kindern. Wir haben viele Schicksale erlebt, viel Leid und Armut gesehen, von der wir uns hier in Deutschland keine Vorstellung machen können.

Mich hat dieses Projekt nachhaltig verändert, und ich bin so froh, dass ich mich entschieden habe das Projekt aktiv zu unterstützen.

In Kiew sagte mir die Mutter eines Kindes:
„Bitte hört nicht auf solche Dinge zu tun,
Ihr sorgt Euch nicht nur um unsere Kinder,
sondern macht die Welt ein Stück weit besser!“
Ich habe ihr versprochen, dass ich weiter machen werde!



Diese Worte bekomme ich nicht mehr aus dem Kopf und somit werde ich immer ein Teil von 1000 Kinder sehen und hören sein und auch bleiben.

YiOT, Euer Lars

Robert Kühne: Bericht 3. Versorgungsreise

Robert beim Fräsen einer individuell angerfertigten Ohrplastik.

Nach den zwei vergangen Reisen im Mai 2011 und Februar 2012 ging es diesmal nach Dnepropetrovsk. Die Schule war wiedererwartend in einem guten Zustand, was mich doch etwas ins Grübeln brachte. 125 Kinder und Jugendliche sollen wir mit Hörgeräten versorgen. Damit starteten wir am späten Sonntag Nachmittag, nachdem uns die Schulleiterin begrüßt hatte. Sie erklärte, das die Schule erst vor kurzem komplett renoviert wurde.

Das Team, das wirklich perfekt war, machte seine Arbeit sehr routiniert. Alle waren schon bei mindestens einer vorrangegangen Versorgungsreise dabei.

Viele Kinderohren haben wir gesehen. Ohrstücke gefräst und Hörgeräte angepasst. Große Freude, großer Spaß (auch untereinander). Besondere Dankbarkeit haben ich von der Abschlussklasse empfunden. Sie hätten nach dem verlassen der Schule keine Hörgeräte mehr gehabt, da diese Schuleigentum sind. Jetzt können sie in die Arbeitswelt entlassen werden und haben wenigstens eine Chance.

Nach nunmehr 3 Reisen ist das Projekt 1000 Kinder sehen, 1000 Kinder hören mit der Erstversorgung jetzt abgeschlossen. Ich hoffe das wir den Kindern, die jetzt Hörgeräte haben, damit helfen konnten und die Hörgeräte mit der verbunden Freude lange halten. Wenn jetzt noch eine gute Nachversorgung durch Round Table und Old Tablers aufgebaut wird, können wir alle wirklich glücklich sein.

 Danke an Round Table und Old Tablers für dieses schöne Projekt.
Jetzt weiß ich auch was ein Tabler-Leben ausmacht!
YiT
Robert Kühne

Meine 3. Versorgungsfahrt nach Дніпропетровськ Ukraine vom 23.09.-26.09.12

Hallo Ihr Lieben :-),

ich bin spät am Abend gut daheim angekommen und gleich tot müde ins Bett gefallen. Der Koffer steht immer noch unausgepackt im Flur :-). Jetzt muss ich das Erlebte verarbeiten.

Mein Mann sagt, ich habe auf der Heimfahrt vom Flughafen, wie ein "Wasserfall" über meine Eindrücke erzählt. Vieles realisiert man oft erst im Nachhinein.

Es war wieder eine tolle und sehr emotionale Aktion, mit vielen lieben Menschen.

Meine Gedanken werden wohl auch diesmal mehrfach am Tag, vom alltäglichen Tagesablauf, in die Ukraine zu den Menschen nach Дніпропетровськ abschweifen.

So war es auch nach meiner 1.und 2. Versorgungsfahrt nach Odessa und Kiew. Ich hatte tagelang damit zu tun, meine Emotionen zu ordnen, um wieder zu einem normalen Tagesablauf zu kommen.

Besonders muss ich an Igor denken, ein Heimkind. Er hat seine Eltern verloren.

Ein pfiffiges Bürschchen, der mit den Hörgeräten sofort alles versuchte nachzusprechen. Das war soooo schöööön :-).

Ich hoffe sehr, dass er seinen Weg geht und durch die Hörgeräte gut sprechen lernt und somit bessere Chancen im Leben bekommt.

Wunderbar ist, dass wir diesmal alle Kinder mit Hörgeräten versorgen konnten. Das ist großartig !!! Ich bin froh und glücklich, dass wir das geschafft haben.

Unser Team war perfekt zusammengestellt, wir kannten uns von den vorherigen Fahrten, das verbindet ungemein :-).

Dieser Zusammenhalt war während der gesamten Aktion zu spüren. Alles ging Hand in Hand, wir waren wunderbar eingespielt.

Jeder Einzelne von uns war mit viel Engagement und Herzblut dabei.

Die Kinder die wir mit Hörgeräten versorgen konnten, können nun in eine selbstbestimmtere Zukunft blicken. Das macht mich sehr glücklich.

Da wir diesmal in Дніпропетровськ in einem Internat waren, konnten wir Probleme und Unklarheiten mit den Hörgeräten oder Ohrstücken sofort lösen, denn die Kinder hatten die Möglichkeit sich am folgenden Tag direkt an uns zu wenden. Das hat mir sehr gut gefallen und mich darin bestärkt auch für die weitere Nachhaltigkeit zu sorgen.

Gern bin ich bei einer Nachversorgungsfahrt, die der Nachhaltigkeit dient, wieder mit dabei. Das ganze Projekt ist mir sehr ans Herz gewachsen.

Die Tage jetzt in Дніпропетровськ, waren anstrengend, jedoch auch voller Freude, denn die vielen strahlenden Kinderaugen dankten es uns. Da geht einem das Herz auf :-) :-)!

Es gibt nichts Schöneres als lachende Kinderaugen, da sind wir uns alle einig !!! Vielen Dank auch an die Organisatoren und Danke dass ich dabei sein durfte :-)!

Liebe Grüße, Eure Heike :-).
Heike Nörenberg, Hörgeräteakustik-Meisterin, Pädakustikern
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Liebe Heike,

von uns Tablern vielen, vielen Dank für Deine unermüdliche Hife bei diesem Projekt. Du bist eine unglaubliche Bereicherung, für die Kinder und die Freundschaft zu uns Tablern.

Dein
Tommy Führer
OT74 Hanau

3. Versorgungsreise - Das Team von 1000 KSUH meldet sich zurück aus Dnieperprotowsk/Ukraine

Es wurden letztlich 130 Kinder in einem Schwerhörigen Kinderheim versorgt. Ein besonderer Dank auch an Alina Nosenko, die seitens der Klitschko Stiftung uns Super unterstützt hat. Somit wurde die Versorgungsphase abgeschlossen, nun ist die Nachhaltigkeit gefragt!

 Quelle: facebook  

3. Versorgungsfahrt: Handy-Nachricht via fb aus Dnieperprotowsk

Das Team arbeitet auf Hochtouren. 80 erfolgreiche Hörgeräteversorgung beiderseits, 160 gefertigte Ohrpassstücke. Es klappt bislang alles. 

Nach 10 Stunden ist nun Feierabend, denn Morgen warten noch einmal 60 Kinder. 

Gruß an die Heimat aus Dnieperprotowsk

Videos von Lars Herla auf facebook

3. Versorgungsreise in die Ukraine

Karolina ist eines von 80 erfolgreich versorgten Kindern heute. 10 Stunden und 160 Ohrpassstücke später ist Schluss für heute! Grüße an die Heimat aus Dnieperprotowsk !

Die 3. Reise steht an!


„Bitte hört nicht auf solche Dinge zu tun,
Ihr sorgt Euch nicht nur um unsere Kinder,
sondern macht die Welt ein Stück weit besser!“

                          (Ukrainische Mutter zu den RT/OT-Helfern  während der 2. Versorgungsreise im Februar 2012)

Nun geht es auf zur 3. Versorgungsreise!

 
Vom 23.-bis 27.September ist das Spezialistenteam wieder unterwegs.
Nach Odessa und Kiew geht es dieses Mal nach Dnjpropetrovsk.
Hier wird das Team insgesamt 130 Kinder mit Hörgeräten versorgen und den Kindern ein Stück weit zur "Normalität" verhelfen. 

 
Bitte unterstützt uns weiterhin mit Euren Spenden, damit die Nachhaltigkeit des Projektes auch zukünftig gesichert ist!